Ein Sci-Fi-Monsterfilm mit Vampirfilm-Anleihen - und mit Dracula-Darsteller Christopher Lee!
China, 1906: In der Mandschurei entdeckt der britische Anthropologie-Professor Saxton (Christopher Lee) ein prähistorisches, menschenähnliches Wesen, das er für einen „Missing Link“ hält. Saxton verpackt seinen ungewöhnlichen Pfund in eine Kiste, um es mit dem Transsibirischen Express nach Europa zu transportieren.
Doch während der Zugfahrt beginnt das Wesen, das mittels Blickkontakt Erinnerungen aufsaugen kann, Passagiere zu töten. Gemeinsam mit Dr. Wells (Peter Cushing) versucht Saxton, das Grauen zu stoppen, bevor ihm alle Mitreisenden zum Opfer fallen...
Regisseur Eugenio Martìn drehte Anfang der 1970er-Jahre diesen stillvollen Horrorfilm - und konnte für die Besetzung mit den Dracula- bzw. Hammerfilm-Darstellern Christopher Lee und Peter Cushing zwei charismatische Schauspieler gewinnen. Telly Savalas ("Kojak") als exzentrischer Kosakenoffizier sorgt für einen markanten Kontrast zu dem sittsamen Duo.
Alle drei brillieren in einem atmosphärisch dichten Genre-Mix, der klassischen Gothic-Horror mit SciFi-Elementen verbindet. Trotz seines geringen Budgets baut der Film eine beklemmende Spannung auf – nicht zuletzt durch das Setting im engen, fahrenden Zug, das das Gefühl von Isolation und Paranoia verstärkt.
Mit seiner Mischung aus Pulp, Retro-Charme und Philosophie gilt "Der Horror-Express" heute als Kultklassiker, der sich für Liebhaber von klassischen Gruselfilme und vom britischen Horrorkino der 1970er-Jahre anbietet.
Für Vampirfilm-Liebhaber*innen:
Die Besetzung mit Christopher Lee lässt nicht von ungefähr Assoziationen zum Vampirfilm aufkommen. Die Kreatur an Bord des Transsibirien-Express tötet ihre Opfer nicht durch klassisches Bluttrinken, übernimmt aber dennoch eine zentrale Funktion des Vampirs: die parasitäre Aussaugung anderer Menschen zur eigenen Existenzsicherung. Die Opfer bleiben ausgezehrt zurück und zeigen charakteristische körperliche Veränderungen.
Auch dramaturgisch folgt der Film Mustern des Vampirgenres. Die Handlung spielt in einem abgeschlossenen Raum – dem Zug, statt dem Schiff in "Nosferatu" –, in dem die Zahl der Opfer nach und nach wächst. Diese Struktur erinnert an viele klassische Vampirfilme, in denen eine isolierte Gemeinschaft von einer unsichtbaren Bedrohung heimgesucht wird. Zudem deutet die Figur des Mönchs die Kreatur als satanisches Wesen und verleiht dem Konflikt, wie im Vampirfilm, eine religiöse Dimension.